Militäruhr
Militäruhren wurden erstmals während des Ersten Weltkrieges auf Grundlage der Fliegeruhren entwickelt. In kurzer Zeit entstand so ein ganzer Wirtschaftszweig, da der Bedarf relativ groß war. Da sie in militärischen Einsätzen genutzt werden, müssen sie besonderen Ansprüchen genügen. So muss das Uhrwerk eine exakte Funktionalität aufweisen. Da das Material sehr beansprucht wird, muss es sehr widerstandsfähig und belastbar sein.
Militäruhren wurden bis zum Zweiten Weltkrieg vorrangig von Offizieren westlicher Armeen getragen. Die Uhren waren sehr teuer, präzise und belastbar. Sie besaßen meist lange, stabile Lederbänder und ein großes Ziffernblatt. Oft wurde die Militäruhr auch einfach am Oberschenkel gefestigt, damit sie gut und auch im Sitzen ablesbar war. Sie war wasserdicht, da sie auch in der Marine genutzt werden sollte.
Militäruhren zeichnen sich durch ein dunkles Ziffernblatt und helle, leicht ablesbare Zahlen und Zeiger aus. Auf Zeigern und Ziffern befindet sich eine Leuchtschicht, damit die Uhr auch bei Nacht abgelesen werden kann. Das Gehäuse besteht bei einer echten Militäruhr ausschließlich aus Stahl.
Nach dem Zweiten Weltkrieg eroberte die Militäruhr auch die Zivilgesellschaft. Im Zuge dessen kam es auch zu Abwandlungen wie etwa der Vergoldung des Gehäuses.